Öffentliche Verwaltung

Die Organisation der öffentlichen Verwaltungen

von Iryna Spektor

1. Die Öffentliche Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung ist äußerst vielseitig. Ihre Leistungspalette reicht von der Kehrichtabfuhr bis zur Inhaftierung von Verbrechern. Dieses breite Spektrum macht es schwierig, eine einheitliche umfassende Definition für den Begriff “öffentliche Verwaltung” zu entwickeln. Die zweckmäßigste Annäherung ist eine Aufzählung typischer Merkmale der Verwaltungstätigkeit:[1]

· Zielsetzung ist die Erfüllung von Aufgaben, die einem öffentlichen Bedürfnis entsprechen. Grundsätzlich wird zwischen zwei Hauptaufgaben unterschieden: Den Leistungsaufgaben und den Hoheitsaufgaben.[2]

· Handlungsgrundlage ist ein Auftrag des Gesetzgebers. Die Verwaltung kann nur dann handeln, wenn sie durch die Verfassung, ein Gesetz oder durch einen Regierungsbeschluss dazu ermächtigt ist. Dieses Legalitätsprinzip soll vor Willkür schützen.

· Handlungsform ist die Vorbereitung, Ausarbeitung und der Vollzug von Gesetzen.

· Die Trägerschaft der öffentlichen Verwaltung sind demokratisch legitimierte Gremien wie Parlament und Gemeindeversammlung.[3]

· Die Organisation ist in Struktur und Kultur stark vom Bürokratiemodell (Steile Hierarchie, ins Detail gehende Zuständigkeits-, Verfahrens- und Ausführungsbestimmungen) geprägt.

· Die Finanzierung der Tätigkeit erfolgt vorwiegend durch Steuern und Abgaben.[4]

· Die von der öffentlichen Verwaltung angebotenen Güter werden in der Regel von keinem privaten Mitbewerber angeboten. Die Preise richten sich deshalb selten nach dem Markt und sind nicht immer kostendeckend.[5]

· Die Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung sind Angehörige des öffentlichen Dienstes mit charakteristischen Rekrutierungs-, Ausbildungs-, Karriere- und Belohnungsmustern.[6]

Der Einzelne erfährt seine Beziehung zur Verwaltung unterschiedlich. Gemeinsamer Nenner ist, dass alle in ihrem Leben mit der öffentlichen Verwaltung Kontakt haben. "Öffentlich" bedeutet "allen zugänglich", "für alle bestimmt". Welche Leistungen dabei in Anspruch genommen werden, bleibt unbestimmt.
Das Wort “Verwaltung” impliziert die verschiedenen Gesichter der Verwaltung. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet “in Gewalt haben” und “für etwas sorgen”. Diese beiden ursprünglichen Funktionen der Verwaltung sind grundverschieden und führen beispielsweise bei Steuerzahlern und Subventionsempfängern zu unterschiedlichen Anerkennungen der Verwaltungstätigkeit.
Die modernen Demokratien kennen die Gewaltentrennung in Legislative, Exekutive, und Judikative (vgl. Tab. 1).[7]

Die Verwaltung steht auf der Seite der Exekutive. Diese ist verantwortlich für den Vollzug der politischen Entscheide und die Konkretisierung der politischen Entscheidungsprogramme, die von der Legislative beschlossen wurden. Verantwortliches Führungsgremium der Verwaltung ist die Regierung.

Der Handlungsspielraum der Exekutive, beziehungsweise der Verwaltung, hängt von der Ausgestaltung der politischen Beschlüsse der Legislative ab.

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[1] Vgl. Schedler, Kuno (Anreize, 1993), Anreizsysteme in der öffentlichen Verwaltung, Bern und Stuttgart 1993, S. 19

[2] Vgl. Schedler (1993), S. 19

[3] Vgl. Schedler (1993), S. 15 f.

[4] Vgl. Schedler (1993), S. 15 f.

[5] Vgl. Schedler (1993), S. 15 f.

[6] Vgl. Schedler (1993), S. 15 f.

[7] Vgl. Bichsel, Thomas (Führung, 1994), Die strategische Führung der öffentlichen Verwaltung, Bern 1994, S. 80 f.
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