Öffentliche Verwaltung

Die Organisation der öffentlichen Verwaltungen

von Iryna Spektor

2.2.1 Innerer Verwaltungsaufbau - Allgemeines zu innerer Aufbauorganisation

Zwischen dem äußeren Aufbau der Verwaltung, wie er in den vorangegangenen Teilen dargestellt wurde, und dem inneren Behördenaufbau bestehen Zusammenhänge und zum Teil fließende Übergänge. So wurden oben die Ministerien jeweils als selbständige Verwaltungseinheiten betrachtet, die Abteilung der nachgeordneten Verwaltungen dagegen nicht; es tauchen deshalb in manchen, vor allem großen Verwaltungen viele Probleme des äußeren Verwaltungsaufbaus in etwas anderem Gewande wieder auf, z. B. das Problem der Koordination.[39]

Die Aufbauorganisation der Verwaltungen ist allerdings wegen des Prinzips der Organisationshoheit der Exekutive gesetzlich nicht oder nur in groben Zügen geregelt. Die Behördenleitung legt den Aufbau der Behörde im Einzelnen nach eigenen Vorstellungen fest, wobei ein fester Organisationsplan oder/und Geschäftsverteilungsplan ebenso denkbar ist. [40]

Grundlegender Anhaltspunkt für die Organisation ist der durch die Aufgabenerfüllung bedingte Personal- und Sachmittelbedarf, der sich bei guter Organisation zwar senken lässt, der aber bis zu einem gewissen Grade als vorgegebene Größe betrachtet werden muss, ebenso wie die Aufgabe bzw. der Arbeitsanfall selbst. Es gilt nun, diesen Personen und Sachen eine Struktur, ein sinnvolles Gefüge zu geben. Dabei tauchen einige Grundüberlegungen auf, die weiter näher zu behandeln sind, nämlich:[41]

· Soll die Behörde überwiegend oder vollständig nach dem hierarchischen (bürokratischen) Schema aufgebaut werden oder soll weitgehend das Kollegialprinzip maßgebend sein?

· Soll durchgehend die so genannte Linienorganisation maßgebend sein oder soll sie durch Stabseinheiten (und zentrale Dienste) ergänzt werden?

· Welchen Grad von Selbständigkeit sollen einzelne Behördenteile erhalten?

· Soll eine Dekonzentration (Aufgliederung) der Behörde oder eine Bildung von Außenstellen stattfinden?

Diese Fragen stehen nicht in einer Rangordnung, sondern müssen nebeneinander und aufeinander abgestimmt beantwortet werden.

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[39] Vgl. Püttner (1989), S. 139

[40] Vgl. Püttner (1989), S. 139

[41] Vgl. Püttner (1989), S. 140
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