Öffentliche Verwaltung

Die Organisation der öffentlichen Verwaltungen

von Iryna Spektor

2.2.2.2 Kollegialprinzip

Dem Hierarchieprinzip steht das Kollegialprinzip gegenüber, kraft dessen eine bestimmte Anzahl von Amtsträgern gleichrangig in einem Kollegium vereinigt sind und gemeinsam entscheiden (um die Qualität der Entscheidungen zu erhöhen und eine gegenseitige Kontrolle der Beamten zu ermöglichen). ,,Kollegium“ steht hier als Sammelbegriff für die verschiedensten Arten derartiger Beratungs- und Entscheidungseinheiten, umfasst also Führungskollegien (Regierungen, Magistrate), Ausschüsse, Planungs- oder Projektgruppen, Konferenzen und Konvente (in Schulen und Hochschulen) usw. Auch mit Außenstehenden besetzte Beiräte und zur Vertretung einzelner Gruppen bestimmte Räte (Personalräte, Elternbeiräte, Schülerräte) können hier genannt werden.[47]

Es braucht kaum betont zu werden, dass das Kollegialprinzip das Hierarchieprinzip immer nur ergänzen, aber niemals ersetzen kann. Gruppenarbeit hat nur einen Sinn, wenn die Ergebnisse der Arbeit nicht durch Vorschriften oder Weisungen völlig vorgezeichnet sind, sondern ein Entscheidungsspielraum als weisungsfreier Bereich besteht. Das Kollegialprinzip kann deshalb um so häufiger eingesetzt werden, je mehr Entscheidungsspielraum gegeben werden kann (daher das Kollegialprinzip bei den Gerichten) und je höher man in der Hierarchie aufsteigt (es gibt viele Führungskollegien, aber nur selten kollegiale Routinearbeit auf den unteren Stufen der Hierarchie). Dabei werden die Volksvertretungen aus der Betrachtung ausgeklammert.[48]

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[47] Vgl. Püttner (1989), S. 144

[48] Vgl. Püttner (1989), S. 148
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